Vision

Wir schaffen einen Wachstumsmarkt Gesundheit, der paradoxerweise mehr Kranke braucht und schafft. Das läuft falsch: Unser Gesundheitswesen beginnt mit der Krankheit – man müsste eher von einen «Krankheitswesen» sprechen. Alle Akteure verdienen an Krankheit. Die Anreize sind so gesetzt, dass Krankheit Gewinn und höheres Einkommen verspricht. Wollen wir einen Wachstumsmarkt Krankheit? Hier besteht ein Widerspruch zu unserem Bedürfnis, Gesundheit zu fördern. Wollen wir die Menge der Diagnosen fördern? Wollen wir einen hohen Grad an individueller Gesundheit und eine hohe Bevölkerungsgesundheit? Dann ist es dringend, dass wir Gesundheit neu denken. Dabei braucht es neue Anreize. Gesund = schlecht untersucht – kann nicht die Zukunft unseres Gesundheitswesens sein.

Mission

Ein Wachstumsmarkt in der Sozialversicherung? Seit der Einführung des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) im Jahr 1996 steigen die Krankenkassenprämien jedes Jahr durchschnittlich um 4,6 Prozent. Hat die Politik versagt? Jede Sparmassnahme führt gesamthaft zu Mehrkosten, Prämienerhöhung und weniger Leistung. Die Gesundheitskosten steigen schnell und in der Folge auch die Prämien. Seit 1996 haben sich die Kosten pro versicherte Person somit mehr als verdoppelt (1996: 1‘547 Franken, 2006: 2‘758 Franken, 2016: 3‘763 Franken pro versicherte Person). Innert 10 Jahren sind diese um gut ein Drittel gestiegen. Das Gesundheitswesen der Schweiz ist damit weltweit eines der teuersten. Heute wendet die Schweiz rund 11 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für das Gesundheitswesen auf. Dieser Anteil wird gemäss Prognosen des Bundes künftig weiterhin zunehmen. Die Kostenentwicklung widerspiegelt sich in den Prämien. Der permanente Anstieg weit über der Teuerungsrate führt zu einer immer höheren Belastung der Prämienzahler. Ein Realllohnverlust, der nicht weiter ignoriert werden kann. Speziell gross ist die Belastung für mittelständische Personen und Familien, welche knapp keinen Anspruch auf die individuelle Prämienverbilligung haben. Im Schnitt geben Schweizer Haushalte rund 7 Prozent ihres Bruttoeinkommens für Krankenkassenprämien aus. Es gibt auch Angaben die von 14% sprechen. Vor allem Haushalte tieferer Einkommensklassen oder Familien werden überproportional belastet. So bezahlt eine vierköpfige Familie pro Jahr rund 15‘000 Franken an Krankenkassenprämien.

Derjenige der alles zahlt – der Prämienzahler- hat jedoch keine Stimme im Gesundheitswesen. Wir haben keine Stimme. Können wir dies korrigieren? Mit der Interessengemeinschaft Prämienzahler bauen wir eine politische Lobby für den Prämienzahler und Steuerzahler auf und engagieren uns, Fehlanreize abzubauen.

Solange wir, die das Gesundheitswesen letztlich finanzieren, keine Stimme haben, wächst der lukrative «Markt» Krankheitswesen ungebremst weiter.

Unser Gesundheitswesen soll auf Gesundheit ausgerichtet und günstiger sowie besser werden – wir fordern Effizienz für den Prämienzahler und Patienten. Ein Wachstumsmarkt in der Sozialversicherung Krankheit ist ineffizient für alle.

Ziele

Mitbestimmung

Wir wirken mit in der öffentlichen Diskussion und beziehen Stellung in der politischen Debatte im Krankheitswesen einschliesslich der Vernehmlassungen und Anhörungen.

Zu den Stellungnahmen

Zudem schaffen wir für jeden Prämienzahler die Möglichkeit, sich an der Kontrolle und Freigabe seiner Rechnungen zu beteiligen – dies im Rahmen unseres Projektes «Rechnungen».

Zu den Projekten

Transparenz

Wir stärken Transparenz. Die Undurchsichtigkeit des schweizerischen Gesundheitssystem ist in vielen Bereichen offensichtlich, dazu gehört auch der Mangel an Informationen über die Qualität der Indikationsstellung und die zugehörige Ergebnisqualität. Wir beginnen mit den Rechnungen.

Zu den Projekten

Versorgung

Das Potenzial für eine qualitativ hochstehende, zukunftsfähige und bedürfnisorientierte Gesundheitsversorgung ist vorhanden. Es wird jedoch durch einen permanenten Kostenanstieg zunehmend destabilisiert. Gleichzeitig fehlt ein nennenswerter Mehrwert für die Prämienzahler und Patienten, mit dem dieser Kostenanstieg begründbar ist. Unklare Kompetenzverteilung und fragwürdige finanzielle Anreize führen zu Überversorgung in der ambulanten Medizin, Überkapazitäten im stationären Sektor und einem „Wettrüsten“ zwischen den Spitälern im medizinisch-technischen Bereich. Zugleich zeichnet sich eine Versorgungs- und Finanzierungskrise bei der ambulanten und stationären Langzeitpflege ab. In den Bereichen Psychiatrie und Rehabilitation gibt es ebenfalls ein Risiko von Versorgungsengpässen. Davor warnt die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften SAMW in ihrem Bericht zur Rationierung im Gesundheitswesen. Auch weist die SAMW darauf hin, dass ein ungenutztes Sparpotential ohne Qualitätseinbusse von 6-7 Milliarden CHF existiert. Unter dem Deckmantel der Selbstverantwortung soll der Prämienzahler zudem zusätzlich weiter belastet werden. Ein Ausbau der Leistungen in der Zusatzversicherung oder eine Erhöhung der Franchise sind Beispiele. Zu diesen Entwicklungen nehmen wir dezidiert Stellung.

Dafür setzen wir uns ein: Verschwendung vermeiden, Unterversorgung verhindern und eine bedarfsgerechte Versorgung mit gleichem, guten Zugang für alle fördern. Wir unterstützen bestehende Projekte zur interprofessionellen Zusammenarbeit in der Versorgung sowie Projekte, die finanzielle Fehlanreize abbauen, dazu gehört auch die Möglichkeit Zweitmeinungen ohne Kostenfolge einzuholen.

Zu den Stellungnahmen

Qualität

Das Gesundheitswesen in der Schweiz gehört weltweit zu den teuersten, weist aber zugleich eine hohe Qualität auf. Es ist für die ganze Bevölkerung zugänglich, die freie Arztwahl ist noch gewährleistet und es gibt noch keine nennenswerten Wartezeiten für Behandlungen und Operationen. Allerdings besteht nur bedingt einen Zusammenhang zwischen den Gesundheitsausgaben und den Resultaten, die ein Gesundheitssystem erzielt. Projekte, welche die Qualität der Versorgung verbessern, helfen häufig Kosten einzusparen. Wir unterstützen solche Projekte. Hier sind insbesondere die Health Technology Assessments (HTA), die Critical Incidence Report Systems (CIRS) und wiederum die sektorenübergreifende Versorgung zu nennen. Gleichzeitig spielt die Prävention für die Qualität der Ergebnisse eine grosse Rolle. Prävention vor Behandlung und Pflege ist in vielen Fällen sinnvoll, besser und günstiger.